Archiv für Januar, 2010

Profanation of Grantness

Posted in Allgemeines on Januar 31, 2010 by austrofrenchie

Animal Man Vol. 3: Deus Ex Machina

Grant Morrisons Animal Man wird für mich immer eines meiner Lieblingscomics sein. Es ist einfach grandios. Es ist die persönlichste Arbeit die ich je in einem Comic gesehen habe. Über den Titelhelden habe ich in meinen vorangegangenen Review schon genug geschrieben, deshalb nur so viel: Buddy Baker hat die Fähigkeit, sich die Eigenschaften von Tieren anzueignen und nützt das, um Verbrechen zu bekämpfen. In den 60er-Jahren hatte Animal Man ein Dasein als unwichtiger C-Held in der Serie Strange Adventures und geriet in den nächsten Jahren in totale Vergessenheit, mit Ausnahme von ein paar unwichtigen Auftritten in einigen Serien.  Erst als Grant Morrison das Potenzial  der Figur erkannte, bekam die Figur wieder Aufmerksamkeit.

Es ist wirklich sehr schwer, über die Genialität der Serie zu schwärmen, ohne zu spoilern. Da ich will, das ihr die Serie lest und selber in den Genuss von Morrisons genialen Ideen kommt, wird diese Review sehr oberflächlich bleiben. Nur so viel:

Morrison hat in 27 Heften ein Epos geschaffen, das sich sehen lassen kann- die verschiedenen Themen, die er darin anspricht, wiederspiegeln ihn als Menschen und nebenbei ist der Comic auch noch ein interessanter Kommentar zu Mainstream-Comics und dem, was da so gehandhabt wird, wie zum Beispiel Kontinuität, Retcons oder Ähnliches.

Das wundervolle nach dem Lesen von drei Trades war für mich die unglaubliche Zufriedenheit, die ich dann verspürt habe. Dieser Comic hat mich sehr zum Nachdenken gebracht, über Superhelden, was man durch Comics alles vermitteln kann und damit machen kann. Die Ansätze die Morrison z.B bei Animal Mans Superkräften hatte, finde ich bahnbrechend. So etwas hatte ich vorher noch nie gesehen.

Alles, was Morrison anspricht, ergibt letztendlich perfekten Sinn, man braucht nur ein bisschen guten Willen. Ist es nicht das wundervolle an guten Comics, dass sie einen regelrecht in ihre Welt einsaugen und die Fantasie des Lesers beanspruchen? Und wieso sollte man keine intelektuellen Superhelden-Geschichten erzählen? Das was die Meisten bei Moore sehen finde ich eher bei Morrison- wobei ich mir bei Alan Moore oft denke, dass ich einfach zu jung bin.

Was Animal Man aber letztendlich für mich besser macht als z.B V for Vendetta macht ist folgendes: beide Comics sind sehr persönliche Arbeiten, aber bei Animal Man fand ich den Plot so faszinierend und die Story so gut erzählt das mir letztendlich das eher unauffällige Artwork komplett egal war. Mit David Loyds Zeichnungen kann ich einfach nichts anfangen, obwohl sie handwerklich sicher ordentlich sind. Beide Geschichten haben nicht unbedingt etwas genial innovatives, aber im direkten Vergleich ist Grant Morrison für mich einfach der bessere Erzähler, was sich nicht nur in seinen genialen Einfällen, die immer noch begreifbar erscheinen, zeigt, sondern auch in seiner Art , Emotionen wiederzugeben, Dialoge zu gestalten und Narationsboxen zu schreiben.

Es gibt sicherlich ein paar Animal-Man Ausgaben, die man mit hochgezogener Augenbraue liest, aber wie gesagt, alles ergibt im Nachhinein Sinn. Manchmal merkt man wirklich, dass der kahlköpfige Schotte (gut, damals hatte er noch Haare) zwangsläufig irgendwas unkoscheres konsumiert, da bin ich mir einfach sicher. Die ersten Ausgaben sind über alle Zweifel erhoben fantastisch, aber sie machen doch einen sehr seltsamen Eindruck von ihm.

Es gibt ein paar Twists im Trade die mich einfach baff gemacht haben. Inzwischen weiß ich, dass Morrison nicht der erste mit dieser Idee war, dennoch hat er es so gut umgesetzt wie ich es nur für möglich halte. Und wieder schimmert das LSD durch.

Ich denke jeder muss für sich entscheiden, ob er mit dieser Erzählweise etwas anfangen kann. Nun, ich kann es, ich musste mich einfach auf die Geschichte einlassen und es genießen. Ich war relativ schnell drinnen, andere haben länger gebraucht, aber ich denke nach ein wenig Zeit entfaltet sich die Wirkung.

10/10 für diesen Band und eigentlich auch für die ganze Serie, wobei ich den 2. Band etwas schwächer fand, aber Animal Man funktioniert einfach am besten als Gesamtwerk.

Captain America Reborn #4,5 und 6

Posted in Marvel, Review on Januar 31, 2010 by Lorenz

Lang habe ich gebraucht, ob Captain America Reborn weiter zu lesen. Lang aus ein paar einfachen Gründen. Die Geschichte ist Müll. Ja, ich gehe hart ins Gericht, aber das man Captain America in die Zeit zurückwirft um ihn dort gefangen zu halten, war nur 1 Ausgabe wirklich innovativ. Was jetzt kommt ist Pulp. Schlechter Pulp muss ich dazu sagen. Ich freue mich keineswegs über diesen Pulp, obwohl ich sonst auf diese Art Geschichten zu erzählen stehe. Leider hat sich Captain America Reborn in eine Richtung entwickelt, die ich ungern sehen will. Zuviele Charaktere die zwangsläufig lächerlich sind, der Plot an sich unglaublich idiotisch und gerade die 5 ist an blöden Allgemeinplätzen und Klischees nicht mehr zu übertreffen. Steve findet sich in seinem, vom Red Skull okkupierten, Körper wieder. Dort findet er ein Abbild von New York, wenn es ein Nazi-New York wäre. Das ist schon unglaublich lächerlich. Dann noch das veränderte Uncle Sam Poster und wir haben wirklich schon einen verärgerten Holzauge. Aber…. natürlich muss der Endkampf in DC stattfinden und natürlich vor dem Lincoln Memorial….. sorry, aber das hat mich so geärgert, selten hat mich sowas so geärgert. Und dann kommt die 6, keine Ahnung wer die Idee für das Cover gehabt hat, aber er hat entweder noch niemals Captain America gelesen oder sich nichts dabei gedacht. Warum ist Steve in Buckys Schatten? Eigentlich sollte es doch umgekehrt sein…. Und dann die Geschichte…. na klar wird Steve Red Skull besiegen, na klar wird der „sterben“ nur um dann in ein, zwei Jahren wiederzukommen, den diesen Villian braucht man einfach.
Wenn ich ehrlich bin und das bin ich jetzt…. Captain America Reborn ist nichts anderes als der Versuch eine Entwicklung die gut gelaufen ist (Bru wollte nicht ohne Grund Cap schnell wieder zurückholen), brutal zu stoppen. Das ist wie ein vollbeladener Bus. Fährt er gerade los, dann kann man ihn noch anhalten wenn der Busfahrer kein Arschloch ist. Ist er aber einmal in Fahrt, dann wird er wieder bei der nächsten Haltestelle anhalten. Die Haltestelle wäre hier ein organisches Ende für die Buckyära gewesen, das hier ist aber leider alles andere als ein organisches Ende, sondern was ganz schlechtes. Schade drum, mir hat Captain America bis zum Schluss sehr viel Spaß gemacht, aber dieser Arc war dann leider gar nichts.

Keine Empfehlung von Holzauge

Sweet Tooth #5

Posted in DC, Review on Januar 30, 2010 by Lorenz

Mit Sweet Tooth #5 endet der erste große Teil der Serie, Mr. Jeppard und er kommen nach Colorado. Nicht unbedingt ein angenehmer Ort für kleine Sweet Tooths, aber das konnte man schon in der zweiten Ausgabe vorhersehen. Was nicht vorhersehbar war, war der wirklich gute Dialog von Sweet Tooth und seinem Vater, der natürlich nur im Traum stattfindet.

Dadurch das die ersten 5 Hefte der 1. Band sind nun ein kleines Resümee: Sweet Tooth ist sehr gut. Wirklich gut. Nicht unbedingt Excellent, wie die US Today meint, aber sehr gut. Jede Ausgabe macht einem Lust auf mehr und man bleibt gespannt. Besonders toll ist das Artwork von Jeff Lemire, aber an und für sich ist die Serie zu empfehlen.

Siege #1

Posted in Marvel, Review on Januar 30, 2010 by Lorenz

Ich war im Comicshop und denk mir so, hey, wenn Siege nicht 5€ kostet, dann kauf ichs mir auch wenns scheiße sein wird. Tja, ersteres ist eingetroffen, wie ich jetzt aber den Comic finde, tja da bin ich noch zwiegespalten.

Einerseits kommt es mir so vor, als ob Siege die Quintessenz aus Dark Reign enthält (ein wahnsinniger Norman Osbourne, ein machtloser Präsident und und und) andererseits wirds ja dank Siege wieder zu einem halbwegs hellen MU kommen (was ich persönlich sehr begrüße).
Aber gut wars trotzdem nicht. Die ersten Seiten waren gut, aber spätestens beim Auftritt von den Dark Avengers war mein Interesse schon fort. Und mit dem Interesse endet dann auch wieder das Heft, denn auch der Cliffhanger lockt mir kein Lächeln ab. Es ist halt die ewig gleiche Bendis Event schreibe, die mittlerweile schon so zieht wie ein Kaugummi. Also begeistert bin ich nicht. Dafür ist Coipel sehr gut, der hat mir gefallen und hat mir auch das Heft gerettet. Trotzdem, die Avengers werd ich ab Mai verfolgen und Siege werde ich lassen. Marvel hat bei mir noch nicht gesiegt (ich weiß mieses Wortspiel)

Superman: World of New Krypton #11

Posted in DC, Review on Januar 29, 2010 by Lorenz

Schön langsam nervt diese Serie total. Nicht nur nerven, sie geht mir total am Arsch. Sehr gut hat sie begonnen, dass muss ich schon sagen, aber dann ist sie irgendwann im Sand verlaufen und mittlerweile versinkt sie in diesem Treibsand. Vom Interesse her hat sich dieses ganze New Krypton Ding vor guten einem halben Jahr überlebt. Ich will endlich wieder einmal einen Superman, der herumfliegt und mit anderen DC Charakteren agiert, keinen Kal-El der in der Militäruniform Morde aufklärt. Das hatte zwar ein bisschen Witz, der ist aber auch schon verflogen. Das New Krypton wie eine schlechte Utopie aufgebaut ist (keine Dystopie sondern eine schlecht beschriebene Utopie) darüber sehe ich ja mittlerweile hinweg, aber irgendwie verstehe ich nicht, wieso man dieses „Event“ so hinauszögert (ich kanns mir denken, also bitte keine Kommentare aber verstehen tu ichs trotzdem nicht) Da bleibt mir eigentlich nur eines zu sagen und zwar: Holzauge against World of New Krypton

Make mine… Vertigo?

Posted in Allgemeines on Januar 29, 2010 by austrofrenchie

Wie schon mehrhaft erwähnt bin ich ein großer Vertigo-Fan. Einfach weil die meist vorhandene Qualität für sich spricht. Wobei man sogar bei sehr schlechten Serien von Vertigo merkt, dass eine Idee dahintersteckt. Und das finde ich wirklich toll. Heute bespreche ich mal 3 Hefte von Vertigo, die ich den letzten Wochen gelesen habe.

Zum einen wäre da Daytripper 2#. Die erste Ausgabe habe ich nicht wirklich verstanden und wenn ich ehrlich bin, verwirrt bin ich immer noch, wobei mir die 1# nun in einem ganz anderen Licht erscheint. Dennoch hat der Comic etwas fasznierendes. Ob das jetzt an dem fantastischen Artwork von Fábio Moon und Gabriel Bá oder dem mysteriösem Protagonisten  Bràs liegt kann ich nicht sagen. Auch wie das zweifelsohne sehr talentierte brasilianische Brüderpaar die Geschichte afbauen, finde ich soweit toll. Wie der Titel schon anmutet wirkt es wie ein Traum. Diese Ausgabe spielt 7 Jahre vor den Ereignissen in Heft 1#, und hat auch bis auf den Charakter auch nichts damit zu tun. Das Heft steht wirklich für sich und erzählt eine Story um einem jungen Mann auf der Suche nach sich selbst und ein paar Fantasy-Elementen. Auch wenn ich viele Fragen habe bin ich trotzdem begeistert. Würde allen empfehlen, sich das Trade zu holen, das Warten auf mehr und auf ein paar Antworten finde ich unerträglich. Bin auch schon sehr gespannt das in einem Rutsch zu lesen. 9/10


Einen ähnlichen Effekt auf mich hatte Joe the Barbarian 1#. Geschrieben hat es mein Lieblingsautor Grant Morrison und gezeichnet hat es Sean Murphy. Auch hier habe ich keine Ahnung in welche Richtung das gehen wird. Jedenfalls erfahren wir ein bisschen was über über Joe, seine Familiensituation und seinen Problemen in der Schule. Bis dato nix innovatives, eine netter Charakter ist er trotzdem. Zum Schluss driftet es auch total ins psychedelische ab, wie schon angekündigt geht die Serie wohl eher in Richtung Fantasy. Gut gefallen hat es mir dennoch, maßgeblich daran beteiligt war aber auch Sean Murphy: sein detailverliebtes Artwork hats mir total angetan, gerade auch wie er Joes Umgebung und diese verrückte Sequenz in Szene setzt. Für 1$ geht das Heft voll in Ordnung. 6/10


Und zum Schluss noch ein weiteres sehr gutes Heft, zwar nicht ganz so gut wie Daytripper aber dennoch hervorragend: Unknown Soldier 16#. Über diese Serie habe ich schon viel geschwärmt und es gibt auch diesmal wieder viel positives zu sagen. Zum einen geht es mit den Plot aus dem letzten Heft weiter (welches übrigens beim nie erschienenen Silvester-Podcast mein Heft des Jahres gewesen wäre) und das ist weiterhin sehr spannend. Joshua Dysart erzählt sehr gut, die Story ist packend und manche Szenen sind sehr bedenklich, wobei sie nicht abgestumpft wirken, wie man es sonst bei politisch-bewussten Geschichten oft erlebt. Ponticellis Artwork schwächelt in dieser Ausgabe meines Erachtens ein bisschen, wobei Oscar Celestinis Art zu kolorieren mir weiterhin gut gefällt, dadurch vermittelt er sehr viel Atmosphäre und die Zeichnungen sehen zwar sehr anders aus, kommen aber besser zur Geltung. Leider finde ich kein Beispiel. Sehr interessant ist auch Dysarts Kolumne in der er über die aktuelle Lage in diesen Krisenländern schreibt. Unglaublich, wie wenig man hier darüber berichtet, und was für Ausmaße an Not und Leid herrschen. Und wieso weiß eigentlich niemand. Davon abgesehen bleibt die Serie lesenswert: 8/10


DC Universe vs. Mortal Kombat

Posted in DC, Games on Januar 28, 2010 by Lorenz

Eines der witzigsten Spiele der letzten Jahr war doch auf jeden Fall DC Universe vs. Mortal Kombat. Das Spiel wo Sub Zero (der Held meiner Kindheit) gegen Superman (der Held von jetzt) kämpfen kann. Leider ist kein Supergirl dabei.

Nun kurz zur „Story“ und die ist Beat’m Up bedingt sehr dürftig: Welten verschmelzen, die Recken auf Earthrealm und aus Earth-1 bemerken dies und anstatt gegen den wahren Feind zu kämpfen, kämpfen sie gegeneinander. Als sie merken, dass die jeweils anderen nicht böse sind, verbünden sie sich gegen den wahren Feind. Klingt wie ein schlechter Crossover und das ist es. Die Dialoge sind teilweise unterirdisch, teilweise nur lächerlich, aber trotzdem hat man irgendwie Spaß. Wahrscheinlich weil es eben so klischeehaft ist und weil man die in einem Videospiel dieser Qualität noch nicht gesehen hat.

Zum wichtigsten, nämlich zu den Charakteren: Die All Star Riege von Mortal Kombat ist dabei, dabei wird auch die Timeline ignoriert, das ist aber relativ egal, denn darum gehts ja nicht, denn die Timeline von MK fand ich bisher immer grausig. Bei DC haben wir natürlich die Big Three+Flash und GL, irgendwie hat sich Captain Marvel dazugeschlichen, den finde ich aber unpassend. Bei den Bösewichten haben wir die klassischen wie Joker, Lex Luthor aber auch Deathstroke. Alles in allem ziemlich frisch und das wichtigste ist wohl, dass die Combos echt zu den Charakteren passen, nach einiger Einspielzeit hat sich vorallem Flash als unglaublich angenehmer Charakter herausgestellt.
Für MK Fans sicher überraschend ist der Mangel an Kampfstilen, es gibt für jeden Charakter nur einen, das macht das System auch herrlich simpel (noch simpler als sonst) und somit ist man als Einsteiger schon sehr schnell auf einem recht ansprechenden Niveau.
Auch das Kernstück der Serie die Fatalities wurden für die Helden in Brutalities umgewandelt, viel ändern tut sich nicht, wie jemand aus dem Brutality von GL rauskommen will muss man mir erst erklären. Überhaupt prangt auf der Verpackung ein ab 16 Sticker, was bei MK noch nie der Fall war.
Wermutstropfen ist wohl die geringe Anzahl an freispielbaren Charakteren, nämlich 2. Als DLC gibts auch keine, aber eigentlich reichen die paar, denn es macht schon Spaß als Flash gegen Joker zu kämpfen und mit irrwitzigen Combos den Joker zu betonieren.

Alles in allem ein sehr witziges Spiel, für Liebhaber von MK und DC ein Must have, sicher ein nettes Beat’m Up, aber man darf sich keine komplexen Kämpfe erwarten. Sowie MK halt ist, brutal und heftig. Dadurch das das Spiel nicht mehr unbedingt neu ist, kriegt man es jetzt schon zu recht humanen Preisen