Blade of the Immortal


Wie ich bereits ein paar Mal erwähnt habe, habe ich vor, 2010 meinen Horizont in Sachen Comics zu erweitern. Unter anderem im Manga-Bereich. Mit Mangas ist es immer so eine Sache bei mir. Ich kaufe halt primär US-Comics und für japanische Comics und sonstiges bleibt dann immer relativ wenig von meinem Taschengeld über. Deswegen rechne ich mir immer alle drei Monate einen Tag ein, an dem ich mir einen großen Stapel  Mangas kaufe. Beim letzten diesen Einkäufe habe ich mir neben ein paar Erstausgaben auch noch die ersten vier Bände von Blade of the Immortal geholt. Irgendetwas hat mich an der Serie enorm angezogen, obwohl ich diesem ganzen Samurai-Setting überdrüssig bin. Das dieser Manga sehr viel mehr als eine plumpe Story in diesem Genre ist, wie es so viele gibt, sollte ich relativ schnell herausfinden.

Bei der Handlung scheint noch nicht so viel von der Genialität der Serie durch. Es geht um ein Mädchen, Rin, dass Rache an den Mördern ihrer Eltern verüben will. Dabei wird sie vom unsterblichen Ronin (ein herrenloser Samurai) Manji unterstützt. Dabei begegnen sie nach und nach die Schergen dessen, der Rins Vater, dem Leiter einer Schwertschule, und ihre Mutter, umbringen lassen hat. Der Hintergrund für die Ermordung ihrer Eltern (und auch aller Angehöriger der Schule) war, dass unter der Leitung von Kagehisa Anotsu eine neue Schwerschule entstehen soll, die alle Schwertkämpfer des Landes vereinen soll, und alle, die sich dem wiedersetzen, umgebracht werden.

Man merkt relativ schnell, wie grandios Blade of the Immortal wirklich ist, sobald man einen Einblick in das Talent bekommt, dass der Mangaka Hiroaki Samura hat, seinen einzelnen Figuren eine unglaubliche Tiefe zu verleihen. Ihre Psyche wird durchleuchtet und ihre Taten sind dadurch, dass man ihre Hintergründe kennt und versteht, alle nachvollziehbar. Die Charaktere in dieser Serie haben alle einen Gewissenskonflikt oder eine dreckige Vergangenheit. Die meisten sind richtig interessant und faszinierend. Besonders der Held der Geschichte, Manji, gehört zu den interessantesten Protagonisten einer Serie, die ich je gesehen habe. Durch seine Vergangenheit hebt er sich von den anderen Helden ab.

Samuras Erzählstil ist wundervoll, packend und spannend, aber auch sehr nachdenklich. In meinen Augen ist er ein Poet. Der Storyfluss ist so natürlich, die Dialoge so flüssig, die Figuren so gut geschrieben, dass es fast unheimlich ist. Ich glaube so sehr mitgenommen hat mich ein US-Comic selten…

Seine Zeichnungen gefallen mir auch unglaublich gut, sein dreckiger Stil ist sehr expressiv und er schafft es sowohl in Actionszenen, als, auch in ruhigen Sequenzen eine dichte Atmosphäre. Was mich aber teilweise sehr stört, ist die Unübersichtlichkeit in den Kampfszenen. Durch die übertriebenen Speedlines fühlte ich manchmal etwas verwirrt.  Stellenweise gint es auch so rasant und brutal zu, dass ich nicht mehr wirklich mitkam. Deutlich beeinflusst hat Samura in meinen Augen den Autoren der unsäglichen Shonen-Serie Naruto, Masashi Kishimoto, wobei im direkten Vergleich Blade of the Immortal deutlich besser ist.

Der Manga hat sehr starke Momente, in denen es auch mal heftig zur Sache geht. Nichts für schwache Gemüter also.

Was mich auch noch etwas gestört hat, war der viel zu lineare Storyverlauf, was aber wohl am Konzept liegt. Manji und Rin reisen von Stadt zu Stadt auf der Suche nach Kagehisa und treffen dabei auf alle Möglichen seiner Schergen, die zwar wie bereits erwähnt sehr interessant sind, aber genau diese Monotonie ist es, die ich an Mangas nicht mag. Oft wiederholen sich die Sachen einfach zu oft.

Alles in allem ist Blade of the Immortal aber eines der besten und unterhaltsamsten Leseerlebnisse gewesen, die ich in den letzten Monaten hatte. 8/10

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5 Antworten to “Blade of the Immortal”

  1. Wenn ich die Serie nur mal antesten will, reicht es dann wenn ich mir nur den ersten Band hole oder brauch ich mehr um in die Story reinzukommen?
    (Weil mir jetzt schon mehrfach gesagt wurde dass man Mangas nicht nach nach dem ersten Band beurteilen kann/soll…)

    • austrofrenchie Says:

      Ich lede dir den Manga wirklich ans Herz (einfach weil er gut ist), auch wenn du relativ wenig damit anfangen kannst . Aber die Speedlines dürften dich stören… blätter es einfach mal durch.
      Aber antesten solltest du es auf jeden Fall, eigentlich kommt man gut in die Geschichte rein.

  2. holzauge Says:

    Blade ist wirklich gut, Ratzfatz hols dir wirklich

    • austrofrenchie Says:

      Wie weit bist du denn? Haltet es das Niveau?

      • holzauge Says:

        Ich habs bis zum 8. Band gelesen, dann hab ich aufgehört und nie wieder angefangen. Keine Ahnung wieso, aber mir hats rückblickend sehr gut gefallen, so richtig an die Story kann ich mich aber nicht mehr erinnern. Ist ja auch schon ein paar Jährchen her.

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