Absolute Kingdom Come


Kingdom Come gehört zu den klassischsten Werken der US-Comic Industrie. Autor Mark Waid und Zeichner/Maler Alex Ross gestalteten diese 4-teilige Mini-Serie Mitte der 90er und 2006 legte DC die Serie als großformatiges Hardcover mit Schuber wieder auf. Mein Freund donnblack hatte diese Ausgabe zu Weihnachten bekommen und hat es mir einfach mal geborgt.

Kingdom Come an sich ist eine interessante Zukunftsvision des DC-Universum, in der sich Superman und die restlichen Superhelden sich zur Ruhe gesetzt haben. Die neue Generation der Helden hat die alten Werte ihrer Vorgänger aufgegeben und sind um einiges weniger „heroischer“. Im Verlauf der Story werden die alten Helden wieder zusammenkommen, um wieder Ordnung zu schaffen.

Ich muss sagen, mir haben die Ideen in Kingdom Come gefallen. Vorallem die Gedanken zu dem, was Superhelden werden könnten, fand ich interessant. Die Charakterisierung der alten Superhelden wie Superman, Wonder Woman oder Batman ist auch ganz gelungen. Auch, dass man die Geschichte aus der Sichtweise eines normalen Menschens erlebt, fand ich gut. Dadurch fühlt man sich wie ein Beobachter und bleibt total objektiv.

Das Problem des Werkes ist seine Sterilität. Es sind einfach ein Haufen Ideen, die sich um Politik, Superheldencomics, Ethik und die Comic-Industrie, gemixt mit einem biblischen Hintergrund und jeder Menge Liebe zum DC-Universum. Aber die Story ist einfach ein Krampf. Es hat mich keineswegs unterhalten oder interessiert. Es ist einfach. Und das ist schwach. Ich verstehe den Punkt nicht, den die Geschichte machen will. Es ist einfach das Ragnarök der Helden mit jede Menge Details und Anspielungen. Die guten Ideen und Charaktere nützen nichts, wenn ich beim Lesen  zwei Mal einschlafe und es zieht sich irgendwie enorm.

Mich öden diese Endzeit-Szenarios ein bisschen an. Damals war es vielleicht  noch etwas außergewöhnliches, aber heutzutage werden Comics fast ausschließlich durch ihre riesigen Ausmaße und ihre Auswirkungen verkauft. Da ist Kingdom Come nichts außergewöhnliches. Auch auf dem Gebiet der Superhelden-Dekonstruktion gibt es bessere Werke.

Alex Ross tut noch sein Übriges. Sein Artwork ist der Gnadenstoß. Grausam der Mann. Die ganzen Details gingen bei mir beim Lesen unter, weil ich es einfach nicht ausgehalten habe. Übelstes Geschmiere, und wieder sehr steril und undynamisch. Es liegt aber auch größtenteils an der Kolo. Manchmal verschwimmt das Artwork zu einem übelst bunten Haufen Farben. Aber das ist Geschmackssache. Manche schätzen sein Artwork.

Wie ihr seht konnte ich persönlich Kingdom Come sehr wenig abgewinnen und hab demententsprechend wenig dazu zu sagen. Meines Erachtens verdient es weder eure Zeit, noch seinen Status als Klassiker. Richtig schlecht war es aber dennoch nicht. 5/10

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2 Antworten to “Absolute Kingdom Come”

  1. Ratzfatz Says:

    Ich kann deine Argumentation GEGEN Kingdom come zwar nachvollziehen und so wie du es formulierst (mittlerweile alltäglich) gebe ich dir sogar Recht.
    Im Gegensatz zu dir hat mich die Story aber total gepackt und ich hab sie völlig gespannt in einem Satz ausgelesen (wobei ich aber nicht die Absolut, sondern die normale SC-TPB Edition besitze)

    Also für mich war/ist Kingdom Come eine der besten Comic-Geschichten aller Zeiten.
    Werd das aber jetzt mal wieder lesen und schauen ob ich das heute noch genau so sehe und in meiner Review dann auch auf deine Argumentation eingehen.

  2. Von mir weißt du ja schon das es mit recht gut gefallen hat, verstehe deine Argumente aber.

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