Fairy Tail


Fairy Tail ist ein Manga-Serie von Hiro Mashima. Ich werd ganz ehrlich sein: ich habe keine Ahnung wieso, aber Fairy Tail macht mir enormen Spaß. Es ist wie ein Autounfall, bei dem man einfach nicht wegsehen kann. Es ist  manchmal wirklich schlimm zu lesen. Spaß macht es immer, aber ich hab beim Lesen immer ein ungutes Gefühl. Und das hat einen einzigen Grund. Nennen wir es dass Cyberforce-Syndrom.

Kennt ihr Cyberforce? Nein? Naja, Cyberforce war die erste Serie, die im US-Verlag Top Cow erschien. Im Grunde geht es darin um ein Team, das einem bei nüchterner Betrachtung sofort als ziemlicher X-Men-Verschnitt erscheint. Ich will gar nicht auf die Serie eingehen, weil auch nicht extrem viel passiert, aber bei Fairy Tail geht das Ganze noch ein bisschen weiter.

Kennt ihr das Klischee, dass sich alle Shonen-Mangas so ziemlich gleichen, zumindest was die Charaktere angeht? Naja, so Sachen wie Reborn oder Bleach haben gezeigt, dass man sogar im Rahmen der Shonen-Stereotypen witzige und unterhaltsame Stories erzählen kann, und letztendlich über das hinauswachsen kann.

Aber Fairy Tail ist so ziemlich das frechste Plagiat aller Zeiten: es klaut so ziemlich alles von One Piece, dem sehr populären Manga von Eichiro Oda um eine Piraten-Bande.

Moment, werden manche sagen: Relativiert sich das nicht dadurch, dass man bei One Piece auch viel von DBZ übernommen hat?

Die Antwort ist nein. Nein, überhaupt nicht. Zu Beginn wollte ich ja glauben, dass Fairy Tail als so eine Art Satire gedacht sei. Nach inzwischen acht französischen Bänden hab ich diesen Glauben verloren (die Serie ist übrigens auf deutsch noch unveröffentlicht, erscheint aber ab April bei Carlsen). Nein, Fairy Tail ist eine ziemliche Frechheit. Es ist alles aus One Piece : die Charaktere (augenscheinliche Parallelen bei den Titelhelden), das Storytelling ( das Aufeinanderprallen der Gruppen und diese typische Aufsplitterung in one-on-one Kämpfen, hierarchisch von unten nach Oben) , der Humor (bescheuerte Charaktere, dumme Storywendungen). Das ist ja noch alles harmlos. Wie gesagt, das sind einfach Charakteristiken eines Shonens. Nein, richtig schlimm wird es wenn ganze Panels oder einzelne Storytwists direkt übernommen werden. Stichwort Prinzessin die ihre Identität verbirgt.

Natürlich gleicht sich das Artwork auch sehr. Aber hier muss ich hervorheben, dass Fairy Tail im direkten Vergleich einfach gewinnt: die Zeichnungen sind um einiges klarer als Odas Gimmick-Lastiges und meiner Meinung nach inzwischen richtig ödes Artwork. Außerdem sind sie um einiges temporeicher. Eben wie Oda in seinen besten Zeiten.

Und genauso wirkt Fairy Tail auch als ganzes: wie One Piece in seiner Blütezeit. Denn was Fairy Tail von One Piece unterscheidet ist, dass es gut ist.

Ja, Fairy Tail rockt. Die Charaktere sind nicht so plump wie bei One Piece, bei allen offensichtlichen Ähnlichkeiten, es gibt weniger Pathos, die Story ist um einiges schneller und vor allem: es macht Spaß, etwas was ich nach einiger Zeit bei den meisten Shonens vermisse. Leider muss ich erwähnen, dass Band acht schon wieder etwas zäher war, oder eher sehr schwankend. Naja, nach ein paar guten Bänden ist jetzt erstmal ein bisschen die Luft raus.

Alles in allem ein ordentlicher Manga, der Spaß macht, aber wenn man manchmal vergisst, dass das Setting eigentlich in einer Magie-Welt angesiedelt ist und sich fragt, wo die Schiffe und das Meer bleiben, muss ich doch sehr den Kopf schütteln. Bis jetzt würde ich 7/10 vergeben.

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Eine Antwort to “Fairy Tail”

  1. Ich denke, dass ich mir die deutsche Version holen werde.

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