Statistik oder Kommentare?


Diesem Artikel ist eine Diskussion auf twitter vorangegangen, wo ratzfatz, austrofrenchie, der comiccast und ich über Statisiken in Blogs geredet haben.
Hier nun meine lange Meinung zu Statisiken oder Kommentare:

Grundsätzlich interessiert es mich nicht, wieviele hier mitlesen. Ich verdiene nix, wenn ich Werbung schalten würde, dann wären Statistiken sicher interessant, aber so hab ich kein Interesse ob am Tag 10 Leute oder 100 hier auf der Seite waren. Ob die durchschnittliche Verweildauer 1 Sekunde oder 1h ist, wirkt sich in meiner Gemütslage auch nicht sonderlich aus, denn ich wenn ich Zeit habe, dann schreibe ich so oder so. Ein passiver Leser ist einer, den ich nicht sehen kann, er könnte es lesen und scheiße finden, ich werde es nie erfahren. Und das ist in meinen Augen auch das wichtigste: Feedback. Nicht umsonst war die Feedback Ecke im Podcast manchmal länger als nur die Comics. Feedback ist das Salz in der Suppe, es ermöglicht Diskussionen, und daher freu ich mich über jeden Kommentar mehr, als über 100 stille Leser, denn der eine Leser schreibt mir vielleicht was man besser machen kann und bringt es daher fertig den Blog ein bisschen zu verbessern. Als Beispiel bringe ich da jetzt die Shownotes, die am Anfang nicht vorhanden waren, bis Claw gemeint hat, dass das eine gute Idee wäre, da man ja dann zu den für ihn interessanten Themen schalten kann ohne gespoilert zu werden. Die Shownotes haben mir zwar dann irgendwann das Genick gebrochen (immerhin hat sich meine Arbeit seither verdoppelt), aber es kam viel positives Feedback und das war dann wieder toll (auch von Leuten, die bis davor komplett still waren).
Vielleicht liegt das am Verständnis des Blogs, denn ich verstehe den Blog keineswegs als eine Art Magazin, sondern als ein Kommunikationsmittel, wo ich halt die Überhand habe. Dadurch, dass sich aber so eine Art Blognetzwerk gebildet hat, die untereinander recht viel kommuniziert ist diese Überhand aber nicht vorhanden, denn ich kann ja einen Blogbeitrag über einen anderen Blogbeitrag verfassen. Nennen wirs Diskursbloggen.
Und gerade seitdem ich den Podcast mache (oder gemacht habe) weiß ich, wie nichtssagend Statistiken wirklich sind. Denn hier werden nur die heruntergeladenen Episoden gezählt. Ob der Hörer es tatsächlich gehört hat ist wieder eine andere Frage, die ich mit einer Statistik nicht beantworten kann. Mit einem Kommentar schon, denn ein Kommentar fordert mehr als bloße Passivität. Er fordert ein aktivwerden und ein dafür notwendiges Auseinandersetzen mit dem Inhalt, und gerade die beiden Komponenten zusammen sind für mich der Grund, wieso jeder Kommentar mir mehr gibt als irgendeine blöde Statistik.

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7 Antworten to “Statistik oder Kommentare?”

  1. „Vielleicht liegt das am Verständnis des Blogs, denn ich verstehe den Blog keineswegs als eine Art Magazin, sondern als ein Kommunikationsmittel, wo ich halt die Überhand habe.“

    Sehe ich ähnlich.

    Meinen Blog nutze ich, um einfach meinen Eindruck über diverse Comics niederzuschreiben. Auch als kleine Erinnerung lese ich gerne mal in meinen alten Beiträgen.

    Da ich recht „früh“ unter den deutschsprachigen Comicblogs gebloggt habe, war meine Intention, Comics als Thema darzustellen.
    Irgendwann kommt schon Stress auf, da der Blog hin und wieder nicht täglich aktualisiert wird. Hab ja auch ein Leben anderswo. 😉
    Da versuchte ich, auf Teufel komm raus einen Eintrag zu verfassen…

    Aber eigentlich…
    Wenn ich ehrlich bin, will ich nicht einen Massenblog haben, will nicht Infos wiederholen, die ich auf US-Comic-Blogs las. Das dürfen die Magazine und Journale.

    Ich bin Comicleserin, ich erlebe und beschreibe mein Hobby. Ich sehe mich als die Zielgruppe für Verlage und Comicproduzierende, damit sie sich vorstellen können, was sie fabrizieren könnten, damit es irgendwie ankommt. Naja, das passiert ja leider nicht, weil irgendwie bin ich als Frau nicht wirklich die Zielgruppe. :-/

    Wenn Kommentare kommen oder ich live mit Leuten rede, die mir mitteilen, dass sie sich für manch Comic-Lektüre durch mich inspiriert fühlten, dann fühlt sich das für mich großartig an.
    Und das gefällt mir an anderen Comic-Blogs: dass ich Ideen und Infos zu Comics erhalte, die ich nicht kenne. (Leider sind so manche auf diese Art von mir geliebten Blogs gerade am Ruhen.)

    Ich kann es kurz fassen: Klasse statt Masse.

  2. Ich glaub die Kernpunkte habe ich eh schon getwittert, aber hier noch mal ausführlicher:

    Wenn deine Downloadzahl konstant bei 40-50 Hörer liegt, nimmst du die Untergrenze – in dem Fall 40 – als deine „Stammhörer-Anzahl“. Die werden sich das schon runterladen weil sie es hören wollen. An den Shownotes erkennen sie ja auch ob etwas für sie dabei ist oder nicht…

    Ja, ich sehe den Blog eindeutig mehr als Magazin, was eben daran liegt dass ich davor ein Punk/Crust-Fanzine hatte…

    Auch wenn es überhaupt nichts mit dem Thema zu tun hat will ich (schon alleine weil ich es ja mache) auch noch auf die kopierten US-News eingehen: Ihr wisst schon wie Tages-Journalismus funktioniert? Auch die „richtigen Tages-Zeitung“ erhalten ihre News von nem Nachrichtendienst (in Österreich APA) und fügen dem Text nur ein paar neue Fakten hinzu. (Wenn überhaupt…)
    So läuft das auch bei Blogs/Podcasts (Oder glaubt ihr die PCs waren live vor Ort wenn sie was erzählen? Wobei es bei denen natürlich nicht so auffällt wenn sie nebenbei ein paar News erzählen. Dafür sind sie auch nicht aktuell…)

    Kann sein dass ihr die Nachrichten ja schon auf den US-Bogs kommentiert habt, aber manche wollen das lieber auf Deutsch machen, womit wir auch wieder beim eigentlichen Thema wären. Die News werden kopiert damit man drüber reden kann!
    Da kommt in der Regel auch mehr rein als zu den Reviews, da man für diese das Heft ja auch mal erst gelesen haben muss.

    Das ist ja auch gerade das Problem. Es gibt viele Comics und du kannst nicht erwarten, dass jeder die selben liest wie du, auch zu allem eine Meinung hat und dir (+allen anderen Lesern) diese auch gleich mitteilen will.
    Was du aber erwarten kannst ist, dass sie den Beitrag zumindest lesen und um das festzustellen brauchst du die Statistik!
    Daher ist es für mich hundert Mal motivierender wenn ich eine stumme aber solide Stammkundenleserschaft habe, als wenn ich 1, 2 kommentar schreibende Leser habe die mich irgendwie (aus nem Forum oder dem Real Life) kennen und sich daher verpflichtet fühlen mir antworten…
    (Mit Stammleser meine ich übrigens nur jene die auch länger als 3 Minuten auf der Seite verweilen. Alles andere kann man auch vergessen…)

    Das bringt mich auch gleich auf dieses „Klasse statt Masse“ Argument zurück. Wenn jemand nur um zu bloggen Artikel bloggt, wird diese Stammleserschaft ziemlich schnell schwinden…

    Da ich mich konkret angesprochen fühle (ich glaube niemand anderer hat zuerzeit einen solchen Output wie ich) kann ich euch sagen, dass ich viel mehr News lese als ich poste, aber wenn ich was interessantes lese, wirds gleich in den Blog eingebaut (+ Quellenangabe und eigene Meinung) Das kostet mich max. 5 Minuten Arbeit und wenn wer ne Meinung hat kann er sie ja sagen und wir können uns austauschen. Reviews kann ich momentan nicht machen da ich keine Zeit zum lesen oder schreiben habe…

    Wenn wir schon bei Qualität sind. Mal abgesehen davon, dass auch wenige Artikel uninteressant geschrieben sein können, haben auch Kommentare eine Qualität.
    Als Bsp. nehme ich gleich mal Holzauge selbst. Wenn du zu dem Deadpool Cover Artikel

    http://panelwars.wordpress.com/2010/01/23/siege-3-deadpool-variant-cover/

    nur „Ich finds scheiße.“ als Kommentar anfügst, hättest du es dir auch gleich sparen können. Besonders bei Negativen Meinungen wäre ne Begründung nämlich gut. Auch bist gerade du nicht der große Kommentar Schreiber weshalb es mich jetzt wundert warum sie dir selbst so wichtig sind.

    Nicht falsch verstehen, ich freue mich über jedes Kommentar, aber solange ich weiß, dass mein Blog gelesen wird, kann ich auch ohne leben…

  3. […] will euch nur schnell auf einen Comic-Lounge Artikel hinweisen der sich um Kommentare und Statistiken […]

  4. Also Klasse statt Masse hab ich nie gesagt, wenn ich kann poste ich, das die Hälfte meiner Artikel richtig scheiße sind und die andere Hälfte unterer Durchschnitt weiß ich und da wäre ein Klasse statt Masse Artikel einfach nur lächerlich, soweit aus dem Fenster lehnen würde ich mich niemals.

    Außerdem finde ich News Artikel nicht schlecht, im Gegenteil, ich lese mittlerweile die einschlägigen Newsportale recht ungern, daher bin ich ganz froh wenn das Leute für mich machen und dann aufbereiten.

    Trotzdem ist für mich eine Statistik eher was nichtssagendes, ich poste in erster Linie für mich, in zweiter Linie für andere. Wenns denen gefällt, dann freut mich das, aber wenn jetzt niemand die Comiclounge lesen würde, dann würde ich trotzdem weiterposten, einfach weil ich das von meinen alten Blogs gewohnt bin (ich blogge ja nicht erst seit 2008, sondern hatte davor ziemlich lange einen Blog auf Blogger). Da gab es genau einen Leser, meinen besten Freund, ehrlich gesagt hatte ich trotzdem viel Spaß.

    und btw, wenn du noch ein, zwei Tage wartest kriegst du eine Begründung warum ich das Deadpool Variant scheiße finde. Aber das will ich eher als Artikel verbraten, weils einfach passt.

    • Ja, ok. Mit „Masse statt Klasse“ und dem „News-Zeug“ wollte ich eigentlich eh nicht dich und auch nicht nur die Comic-Leserin ansprechen sondern generell mal sagen warum und wieso das gemacht wird. Hatte nix mit dem Thema zu tun, aber jetzt deshalb noch einen Artikel im eigenen Blog anzufangen, der dann eh wieder hierher verwiesen hätte, hätte ich umständlich gefunden.

      Was die Statistik betrifft, ist es eh deine Sache wie du das handhaben willst. Ich will die Nicht-Statistiker ja auch nicht umstimmen sondern wollte nur meinen Standpunkt darlegen.

      Ok, ich warte. Aber auch da hättest du anfügen können, dass du demnächst nen Artikel dazu machst. Wär auch gleich ne Werbung für deinen Blog gewesen…

  5. Sollte mir das plakative Schreiben abgewöhnen. 😉
    „Klasse statt Masse“ ist mein Anspruch an mich.
    Ich meine nicht, dass meine Einträge hervorragend sind. Aber der Gedanke soll mich doch davor abhalten, nur zu posten um des Postens willen (und um Traffic zu bekommen).

    Newsseiten, die Infos aufbereiten, find ich auch gut.
    Naja, nur ich lese halt auch die US-Comic-Blogs und dann werden die Infos auf Dauer redundant.
    Wobei ich wiederum gerade erlebe, dass natürlich Infos auch ganz gut weitergereicht werden können von Blog zu Blog, von Webseite zu Webseite, siehe z.B. Leipziger Buchmesse und 24h-Comic-Aktion.

    Ich lese gerne Einträge in Comicblogs, die etwas über die Lektüre von Comics oder den Umgang mit Comics beschreiben. So lerne ich andere Standpunkte zu sehen, unterschiedliche, gemeinsame.

    Zum Beispiel, ich schaue eher auf Inhalt als auf die Zeichnungen: Eine gute Story macht bei mir allemal schlechte Zeichnungen wett; hingegen eine schlechte Story kann durch keine noch zu gute Zeichnung das Comic aufwerten.

    Usw. usf.

  6. […] will euch nur schnell auf einen Comic-Lounge Artikel hinweisen der sich um Kommentare und Statistiken […]

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