Warum Austrofrenchie nicht mehr Air liest.


Erinnert ihr euch noch an Air? Nein? Air ist eine Vertigo-Serie von G. Willow Wilson und M.K Perker. Die Serie war auch 2009 als best new series für den Eisner Award nominiert. Vor ein paar Monaten hypte (dieses Wort ist Neologismus pur, ich weiß) Holzauge die Serie ungemein. Da wurde ich natürlich sofort angesteckt, und dank Vertigos kluger Politik, die ersten Trades ihrer Serien für 10$ rauszuhauen (ich glaub aber die Idee hatte zuvor Image), hatte ich mir auch schnell das erste Trade geholt. So weit so gut.

(Übrigens habe ich dieses Trade auch reviewt, nämlich hier:  https://comiclounge.wordpress.com/2009/06/07/austrofrenchies-kleines-comic-review-5/)

Was mich bei Vertigo-Serien immer fasziniert, ist , das sie mich persönlich oft enorm ansprechen. Das ist letztens z.B auch wieder bei  Unknown Soldier gewesen und auch hier bei Air. Geographie ist schon mal etwas was mich enorm interessiert, und dafür dass ich im Jahr dadurch, dass meine Eltern in zwei verschiedenen Ländern leben und ich im Jahr sicher um die 10 Mal zwischen Wien und Paris hin und her fliege, sind natürlich Flughäfen/Flugzeuge auch ein großer Teil meines Lebens. Dazu fand ich auch noch die Liebesgeschichte zwischen Blythe und Zayn nett gemacht, wobei die mir mit der Zeit ziemlich auf die Nerven ging.

Was war es aber, was mich dazu brachte, Air zu kicken (ich war relativ schnell umgestiegen)? Das gab es zwei ganz entscheidende Punkte:

Zum einem die Logiklöcher, die panelwars in seinem Review hervorhob (http://panelwars.wordpress.com/2009/09/12/air-vol-1-tpb/) und mir beim neuerlichen durchlesen der Hefte (ich habe die Hefte 6-10, also kenne ich den Inhalt der ersten zwei Trades) auch enorm auffiel. Das was da fabriziert wurde ist schon teilweise sehr absurd. Desweiteren sind die Charaktere, so sympathisch man sie auch oberflächlich finden kann, einfach zu seicht.

Als jemand, der Lost nicht unbedingt was abgewinnen kann, ist Airs Konzept auch nicht unbedingt meins. Geheimnisse sind schön und gut, aber manchmal geht einem dieses Getue auf gewaltig auf den Sack.

Desweiteren funktioniert Air weder im Trade noch als Heft. Als Trade wirkt es hastig und sprunghaft und als Heft hat man das Gefühl, das jede Ausgabe die Serie in eine andere Richtung geht. Das nervt, liegt aber wohl an G. Willow Wilson.

M.K Perker ist ein handwerklich guter Zeichner, wobei er manchmal Perspektiven enorm verhaut. Dafür rocken seine Splashpages und der an sich manchmal stockende Lesefluss wirkt etwas flüssiger.

Natürlich gibt es auch Ausgaben, die mir sehr gut gefallen haben. Aber, und das ist, wichtig, waren das immer Hefte, die die eigentliche Geschichte nicht voran brachten. So war Heft 7 (übrigens um 1$) vom Ansatz her ganz interessant (Blythe erlebt Zayns Leben in einer Traumsequenz am eigenen Körper), aber es war halt nichts besonderes. Etwas besonderes war aber Heft 9. Darin wird eine sehr, sehr schöne Liebesgeschichte erzählt, und grad ein paar Gedankenblasen von Blythe fand ich sehr poetisch (It’s not real, this place. It’s just the blank between an origin and a destination. But real things happen there, to real people? ) und entsprachen dem, was ich mir am Flughafen oft denke.

Alles in allem war Air eigentlich einigermaßen gut auf mich zugeschnitten, aber es hat mich halt nicht wirklich überzeugt. Ich denke Vol. 3 hole ich wohl nicht mehr.

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5 Antworten to “Warum Austrofrenchie nicht mehr Air liest.”

  1. Da du meinen negativ gehaltenen Artikel ohnehin schon erwähnt hast, brauch ich wohl nicht mehr zu erwähnen, dass ich Air nicht besonders mochte.

    Ein Grund den nächsten Trade zu kaufen wäre nur gewesen, wenn dadurch etwas Licht in die Sache kommt und ein paar Sachen einen logischen Background bekommen.

    Das du jetzt aber auch aufhörst, wundert mich doch irgendwie. Immerhin magst du ja auch Unwritten das ja auch in diese Mystery Richtung geht. Auch Greek Street war so ähnlich, wobei ich da nicht mehr weiß ob du es mochtest…

    NaJa, immerhin hast jetzt Geld um ne andere Serie anzutesten 😉

    PS: Oha, ich dachte immer M.K. Perker wär ne Frau. Muss gleich mal schauen welches Geschlecht ich ihm bei meiner Review gegeben habe 😉

    • austrofrenchie Says:

      G. Willow Wilson ist eine Frau- M.K Perker ist ein Mann.
      Greek Street 1# fand ich in Ordnung, Heft 2 grottig. Die Zeichnungen vor allem waren grausig.
      Unwritten fand ich einfach spannender als Air, und unlogisch kam mir die Serie nie vor. Und Peter Gross ist halt auch ein fantastischer Zeichner.

  2. austrofrenchie Says:

    Übrigens dürfte interessant sein, das Air der Vertigo-Titel ist, der sich am schlechtesten verkauft. Gerade mal um die 6000 Units werden verkauft, konstant schrumpfend. Hätt ich nie gedacht, grad weil es als Geheimtipp gilt.
    Der Titel, der gleich nach Air kommt, ist Unknown Soldier.. Ich hoffe es wird nicht gecancelt.

    • Unknown Soldier würde mich wundern, weil der ja wirklich immer hervorragende Reviews bekommt. Ich glaub das kommt schon noch. Vielleicht laufen die Trades ja besser als das Heft, ist bei Vertigo ja öfters so.

      Air hingegen hört und sieht man nicht (mehr) in den Reviews und wenn jetzt auch noch die Zahlen sinken, sehe ich da nicht viel Zukunft.

  3. Air wird leider auch von Monat zu Monat schlechter, die ersten sagen wir 12 Hefte waren sehr gut, aber mittlerweile beginnt sie herumzudümpeln

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