Alan Moores schlechtester Comic? oder auch Spawn/Wildcats


Wer es anhand des Titels nicht zu glauben vermag,  dem kann ich versichern, dass es dieses Crossover gibt und es von Alan Moore, ja, dem Moore von Watchmen und V for Vendetta, geschrieben wurde. Denn selbst dieser renomierte Autor muss leben und so hat er in einer Periode, wo er sich wieder im Mainstream ausgetobt hat, sogar bei Rob Liefelds Youngblood mitgearbeitet.

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Aber um die illustre Gestalt mit Namen Alan Moore geht es in meinem heutigen Blogeintbrag nicht. Nur so viel: ich halte ihn nicht für einen Comic-Gott. Ich liebe die League of Extraordinairy Gentlemen, aber den vielgelobten Watchmen und V for Vendetta konnte ich nicht enorm viel  abgewinnen.

Spawn/Wildcats beginnt so, wie es sich für Crossover gehört: einem Missverständnis. Spawn, die Figur von Todd McFarlane, spürt die Wildcats auf und bricht in ihre Basis ein.  Das rührt daher, dass sie ihn angegriffen haben, und er angepisst ist. Es stellt sich jedoch heraus, dass es sich bei seinen Angreifern um zwei Wildcats aus der Zukunft gehandelt hat.

Diese Wildcats stammen aus einer Zukunft, in der Spawn als übermächtiger Herrscher der Welt unter dem grandiosen Namen Ipsissimuss die Welt versklavt. Fällt euch etwas auf? Genau, bei Image United ist auch ein böser Spawn der Schurke. Ist doch witzig, dass sowohl für Blackest Night als auch für Images Crossover eine Idee von Alan Moore als Basis gedient hat.

Naja und so reisen Wildcats samt ihre Nachfolgern und Spawn in die Zukunft, um Spawn zu vernichten. Klingt doch jetzt schon sehr 90er, nicht?

Was mich amüsiert, ist das Moore seine Arbeit wohl nicht ernst nimmt. In einer psychedelischen Einführungssequenz erklärt er uns, dass das alles nur passiert, weil sich ein paar Götter langweilen. Toll, nicht? Alan Moore muss man für seine Exzentrik lieben.

Diese Mini ist herrlich blöd: nicht nur häufen sich die Kämpfe in fast unglaublich langweiligen Ausmaßen, nein, es strotzt nur so von Lächerlichkeiten. Diese dunkle Welt liegt 20 Jahre in der Zukunft, aber alle Helden denen unsere Truppe über den Weg läuft, sehen aus wie Greise. WTF? Eine sitzt sogar im Rollstuhl, und was von ziemlicher Abgedroschenheit zeugt, ist vollständig in Latex eigekleidet. Dabei ist diese Figur eigentlich unsterblich.

Über diese Mini ist nicht viel zu sagen: von Moores angedichteter Genialität blitzt nur einmal zum Schluss etwas durch: wobei das Ende ziemlich Deus Ex Machina ist, weil es wieder ein paar Logikfragen aufwirft.

Dieser Zeichner, Scott Clark, ist entweder verkrüppelt oder er hat einfach nichts drauf: es hat zwar keine liefeldischen Ausmaße, aber er beherrscht nichts, was man als professioneller Zeichner können muss: Anatomie, Mimik, Perspektive, Dynamik, Panelaufbau.. er hat eindeutig den falschen Beruf gewählt, oder, und das ist meine Theorie, er zeichnet in den 90ern US-Comics.

Also diese Mini war übel. Sehr übel. Wenn ich jetzt jemandem erklären muss, warum Alan Moore kein Genie ist dessen Exkremente intelligenter sind als ich (das hat mir ein Freud an den Kopf geworfen), habe ich nun ein Argument.

An alle die in den Comic-Treff gehen: dort gibt es die Mini mindestens fünf mal in der Billig-Box, zusammen mit anderem rühmlichen Alan Moore Minis. Hey, und für vier Euro hatte ich zumindest etwas zum Lachen.


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3 Antworten to “Alan Moores schlechtester Comic? oder auch Spawn/Wildcats”

  1. Wie man aus meiner Review von „Alan Moores complete Wildcats“ rauslesen konnte, war ich mit seiner Arbeit eigentlich sehr zufrieden.
    Allerdngs ist dort dieses Crossover seltsamerweise nicht enthalten (so viel zu „complete“)
    Bei so Team-Crossovers bin ich aber ohnehin immer skeptisch. Habe erst selten gute in der Hand gehabt und auch dieses hört sich nach nem unmotivierten Schema F Crossover an. Insofern verwundert es mich auch nicht, dass es von dir verrissen wurde.

  2. austrofrenchie Says:

    Naja die Mini ist vor Moores Run an Wildcats erschienen, und essentielles passiert auch nichts. Aber wie gesagt, im Comic-Treff sind entsprechende Hefte alle noch zu haben.
    Mit Moores Wildcats liebäugle ich trotzdem.

  3. Hi. Das Cover sieht aber ganz gut aus! Was habt ihr alle immer mit den Comics der 90er Jahre. Da gab es sehr gute Hefte. Natürlich auch schlechte. Eigentlich wie in jedem Jahrzehnt!

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