Animal Man


von Grant Morrison, Chas Truog (Kapitel 1-8) und Tom Grummet (Kapitel 9)

Animal Man war ursprünglich eine von DC verlegte Serie, in einer Zeit, als ein Umschwung in der Comic-Szene stattfand. DC vertraute alte, in Vergessenheit geratene Figuren neuen, meist britischen Autoren (Neil Gaiman an Sandman, Alan Moore an Swamp Thing) an, die neu definiert wurden. So geschehen mit Animal Man, einer eher unwichtigen Figur aus den 60ern. Seiner nahm sich der schottische Grant Morrison an. Als jedoch1993 das Imprint Vertigo gegründet wurde, dass für erwachsene Comicunterhaltung stehen sollte, passte dieser Run perfekt in dieses Schema. Die 26 Hefte, die der Schotte geschrieben hatte, wurden in 3 Trades gesammelt.

Er erkannte das Potenzial des Charakters und wurde inspiriert zu neuen, ungewöhnlichen und vor allem ausgefallenen Geschichten. Das Grundkonzept von Animal Mans Kräften wirkt eher banal: er kann die Kräfte von tieren aufsaugen, die sich in seiner Nähe befinden, und sie sich zu nutze machen.

Die Ideen von Morrison sind faszinierend. Er weiß, mit der Figur umzugehen, ergründet den Supportcast, geht auf solche Aspekte ein, wie Superhelden, die Familie haben oder der Lächerlichkeit von Superheldenkostümen. Wie zum Beispiel auch Alan Moore scheint auch er es zu mögen, das eigentliche Superheldengenre zu dekonstruiren. Animal Man kämpft nicht nur gegen Superschurken, die auch alles andere als 08/15 sind, sondern auch gegen Tierquäler u. ä.

Morrison macht aus ihm ebendiesen Vertreter der Tierrechte, einem Helden, der Fuchsjagden vereitelt und zum Vegetarier wird, nachdem er gegen eine kenianische Gottheit gekämpft hat, der einen Laboraffen retten wollte. Er macht aus einer unwichtigen Figur einen Typen, der verzweifelt ein „echter“ Superheld sein will und in einem Werbespot auftritt, um bekannt zu werden.

Wie alle anderen auch hat mich die Issue 5 verzaubert (nominiert für den Eisner Award 1989 als best Single Issue) Dieses Ausgabe bildet einen der vielen Highlights des Trades. Die Hintergrundgeschichte ist einfach grandios.

Die zweite Ausgabe, die mich so in ihren Bann ziehen konnte, war die Nummer 7. Darin kämpft Animal Man gegen einen krebserkrankten Superschurken, Red Hood, der nicht wirklich böse ist, es aber sein will.

Zum Abschluss muss ich sagen, dass es ein Band war, der mich wirklich rundum begeistern konnte. Über die Zeichnungen, denen man zugestehen muss, dass sie nunmal 20 Jahre alt sind, kann ich hinwegsehen. Tolle Charaktere, intelligente Geschichten. Lest selbst. Absolute Kaufempfehlung.

10/10

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2 Antworten to “Animal Man”

  1. […] hatte vor längerem über Animal Man geschrieben (nachzulesen hier: https://comiclounge.wordpress.com/2009/07/17/animal-man/). Ich war und bin von diesem Comic begeistert. Und so ist mir Animal Man im Hinterkopf […]

  2. […] sagt, bereits zum dritten Mal über Animal Man. Ich habe das erste Grant Morrison Trade reviewt ( https://comiclounge.wordpress.com/2009/07/17/animal-man), sowie drei Hefte aus dem Jamie Delano-Run […]

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