G.I Joe: Cobra


Ich mag G.I Joe. Das wissen die, die meine ersten Artikel gelesen haben. Ich lese G.I Joe seitdem der US-Verlag die G.I Joe-Lizenz von Devil’s Due Publishing aufkaufte und einen Reboot startete. Leider waren die Ongoing Titel, G.I Joe und G.I Joe: Origins, ziemlich „kindisch“ und trashig gestaltet. Die richtig interressante Aufarbeitung der Thematik bot G.I Joe: Cobra. Diese 4-teilige Mini-Serie hatte eine viel düstere, erwachsenere Atmosphäre als die Erstgenannten. Geschrieben wurde sie von Christos N. Gage und Mike Costa und illustriert vom wundervollen Antonio Fuso.

Die Story beginnt in einer heruntergekommen Bar, mitten im Nirgendwo in Estland. Der Protagonist, Chuckles, trifft sich mit einem möglichen Arbeitgeber. Aus dem Gespräch entnimmt man, dass Chuckles ein Söldner ist und sein Gegenüber ein Vertreter einer großen Organisation. Leider wird dieses grandiose Unterhaltung unterbrochen von einem Einsatztrupp, welches die Bar stürzt. Chuckles und der sein Gesprächspartner fliehen. Die Verfolgunsjagd ist sehr gut geschrieben, rasant und actionlastig.

 Aus einer Rückblende erfährt man, dass Chuckles selbst ein G.I Joe ist. Überraschend, sieht man ihn doch mit Scarlett witzeln, die er ein paar Panels früher erschossen hatte. Natürlich wird auch das aufgeklärt und wir erfahren von seiner Romanze zu Jinx, die auch eine Geheimagentin ist.

                                                  „Prejudiced against Hawaiians, are we?“ Chuckles, G.I Joe: Cobra 1#

Chuckles unter Gage und Costa ist ein Phänomen. Dieser Charakter könnte klischeehafter kaum sein, der typische Macho-Actionheld mit idotischen Humor und immer einen knallharten Spruch auf den Lippen. Doch in dieser Miniserie ist er so fantastisch geschrieben, dass man darüber hinwegsieht. Im Laufe der Geschichte bekommt der Charaktere mehr Tiefe, durch seine Vergangenheit und die Entscheidungen die er treffen muss. Selbstverständlich gibt es hier auch Frauengeschichten.

Schon ab der zweiten Ausgabe taucht man in die Welt der Cobra-Organisation ein, ihre Pläne, ihre Intriguen. Selbstverständlich rückt auch hier die Action nicht in den Hintergrund.

Es baut sich richtig Spannung auf. Wir wissen um Chuckles Mission, auch die Pläne der Cobra-Terroristen sind dem Leser bereits in der zweiten Ausgabe bekannt. In dieser Ausgabe beginnt Chuckles eine Affäre zu Erika Le Tene, einer Partnerin eines ranghohen Cobra-Mitglieds.

Das Highlight dieser Serie ist wohl die Ausgabe 3: der auch in diversen Foren als der wohl heftigste Moment in einem G.I Joe-Comic beschrieben. Das grenzt sich deutlich vom fröhlichen G.I Joe Origins oder von der Hauptserie ab. Chuckles trifft hier eine eiskalte Entscheidung. Es wird auch auf das Ende hingearbeitet.

Die letzte Ausgabe dieser Mini ist wieder sehr gut. Cobra bekommt ein Gesicht. Verdammt, Chuckles kriegt hier derbst auf die Fresse. Und das nicht vom körperlichen Standpunkt aus. Das Ende, was nicht wirklich eines ist, beendet diese Mini grandios.

Antonio Fuso ist hier zu einem meiner absoluten Zeichner avanciert. Viel kann man hierzu nicht sagen. Sein Stil passt zum Ton der Serie. Seine Variant Cover sind wunderschön, um Längen besser als die Chaykin-Gegenstücke.

Wunderschön ist auch die Aufmachung der Hefte. Auch wenn es 4$-Hefte sind, findet man keine Werbung zwischen den Seiten, erst im Anhang gibt es welche, und diese beschrenkt sich auf Eigenwerbung. Die Hefte sind deutlich robuster als andere US-Hefte und statt mattes Papier gibt es Glanzpapier.

Spannend inszenierter Spionage-Thriller, wunderschn umgesetzt von Antonio Fuso mit offenem Ende. Ich freue mich darauf wenn es im September mit G.I Joe Special: Cobra 1# weitergeht, sowie die darauffolgenden MInis. 9/10

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