JLA: Deluxe Edition 1


von Grant Morrison und Howard Porter. Beinhaltet JLA (Vol 3) 1-9 und JLA: Secret Files 1#.

Ich mag Grant Morrison, sein Faible für Continuity, seinen Ideenreichtum. Allen voran All-Star Superman, eines meiner absoluten Lieblingscomics. Seine JLA gehörte nicht wirklich zu dem, was mich von den von ihm geschriebenen Werken am meisten interressiert hat, jedoch bekam ich diese Deluxe Edition zum Geburtstag geschenkt, und enttäuscht hat es mich nicht.

Oftmals lese ich, diese JLA sei die am simpelsten gestrickteste Geschichte von Morrison. Im Grunde mag das auch stimmen, zumal das Konzept des 90er Jahre Reboots nur darin bestand, das Ur-Team wieder zusammenzuführen, ikonisch geschrieben. Aber da steckt mehr dahinter, nämlich schöne Stories.

Es ist kein bahnbrechendes Meisterwerk, sondern einfach eine Ansammlung kreativer Geschichten mit coolem Hintergrund. Im ersten Arc (US-Hefte 1-4) geht es um eine Invasion der Erde durch den Hyperclan, einer Truppe mysteriöser Aliens. Wieso diese an und für sich bereits vielfach durchgekaute Story funktioniert? Weil der Fokus nicht auf den Kämpfen liegt. Sicherlich, gekämpft wird viel, aber im Grunde ist das nur ein Mittel zum Zweck.

Die JLA ist super, die JLA ist toll, dass ist hier deutlich dargestellt. Aber die Charaktere sind individuell. Superman ist über allen, jedoch ist er der erste, der im Kampf fällt. Flash und Green Lantern als das humoristische Duo, das Spaß am Retten der Welt hat. Und natürlich auch Batman, der im Grunde der menschlichste der Gruppe ist, aber der JLA im Endeffekt zum Sieg verhilft.

Das Ende fand ich etwas Dragon Ball Z-like, ich weiß nicht, ob das so beabsichtigt ist, ich fand es aber ganz lustig.

Also ja, dieser Arc zeigt, diese Serie ist einfach gestrickt, macht aber Spaß. Für eine Mainstream-Teamserie sicherlich ein guter Auftakt, wenn auch nicht ganz befriedigend, eben wegen des abgelutschten Hintergrund.  Und auch ein anderer, maßgebender Störfaktor: Howard Porter.

Sein Zeichenstil ist überhaupt nicht meins. Zu bunt, zu poppig. Perspektiven kann er nicht, anatomisch korekkt sind seine Figuren auch nicht immer. Besonders seine Wonderwoman ist grausig.

Ästethisch ist diese JLA eine absolute Niete. Man hat mir erzählt, Vokuhillas währen in den 90ern modern gewesen, und ich bin auch froh, in dieser Zeit nur in flüssiger Form existiert zu haben, aber der langhaarige Superman ist doch echt eine Witzfigur, auch wenn er in weiterer Folge dann ein blaues, elektrisches (?) Kostüm überstreift. Übrigens finde ich sehr gelungen, wie das abgehandelt wird.

Die Ausgabe 5 ist eine eigenständige Geschichte. In Folge des Hyperclan-Vorfalls verlagern die Mitglieder der JLA ihr Hauptquartier auf den Mond. Sie wollen rekrutieren, und laden einige Helden vor. Hitman hat einen grandiosen Auftritt, und dann erscheint auch schon Tomorrow Woman, eine neue Heldin. Es endet ziemlich dramatisch, trotzdem ist dies sicherlich eines der besseren Issues der Deluxe Edition.

Es folgt ein grundsolider Zweiteiler um irgendeinen ausgestoßenen Engel, verfolgt von seinesgleichen. Ein paar gute Momente, ein cooler Kampf und erste Selbstzweifel des bisher sehr sicher auftretenden Superman gestalten diese Ausgaben unterhaltsam.

Meine Lieblingsstory im Band: Die Hefte 8 und 9. Grant Morrison nimmt sich hier einen alten Schurken vor, The Key, und macht aus diesem ein durchtriebenes, kriminellen Genie. Er spielt der JLA eine Illusion vor, die sie so erscheinen lassen, wie sie es sich wünschen. Währenddem sie in ihrer Traumwelt leben, liegt es am neuen Green Arrow, sie zu retten. In Silver Age Manier erzählt The Key im Selbstgespräch seinen Plan. Hier übernimmt Phil Jimenez das Artwork, doch das fällt nicht weiter auf.

Den Abschluss macht Secret Files 1#. Eine nette kleine Geschichte, in der die Mitglieder der JLA ihre Kräfte aufgeben, um die Welt zu retten. Naja, das Ziel war wohl zu zeigen, wie sehr die Welt die JLA braucht.

Ein guter Band, bei dem es auf den Leser ankommt, hier scheiden sich wohl die Gemüter. Wenn man die JLA mag und einem Grant Morrison Schreibstil gefällt, kann man ruhig zugreifen. Leider ist die Deluxe Edition mit 30$ nicht ganz billig. Mich hat es unterhalten können, ohne weiteres. 7/10

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