Scalped TPB 1: Indian Coutry


Scalped ist die nun nicht mehr ganz so neue Hit-Serie von Jason Aaron und dem serbischen Zeichner R.M Guéra, die monatlich beim DC-Sublabel Vertigo erscheint.  Die Serie wurde eine Zeit lang extrem gehypt und jetzt bin ich gefolgt und habe mir das erste Trade besorgt.

Die Story dreht sich um Dashiell „Dash“ Bad Horse, der im Indianerreservat Praire Rose aufgewachsen ist. Zu ebendiesem kehrt er nach Jahren nun zurück und wird alles andere als freundlich empfangen. Schnell gerät er in die Fängen von Red Crow, einem Gangsterbosses, der sich im Reservat so etwas ähnliches wie ein Imperium aufgebaut hat. Sein großes Projekt ist die Eröffnung eines Kasinos, was die maroden Kassen der Indianer auffüllen soll. Und dabei soll Bad Horse nun helfen. Er steht nun der Exekutive im Reservat zur Seite, die mit eiserner Faust gegen kleine Drogenkartelle und ähnliches vorgeht.

Anfangs konnte mich das Trade nicht wirklich in seinen Band ziehen. Die wichtigsten Figuren werden eingeführt, es fallen ein paar coole Sprüche und ein paar Leute werden von Anti-Held Dash vermöbelt. Nicht wirklich sehr spektakulär. Erst gegen Ende des ersten Kapitels wird es richtig interressant. Besonders die Enthüllung im letzten Panel verspricht eine interressante Storywendung!

Sehr interressant ist der gesellschaftskritische Ansatz der Serie. Aaron zeigt hier die Zustände in Reservaten auf:  hohe Arbeitslosigkeitsrate, Alkoholismus, Drogenhandel, Prostitution. Nicht gerade hilfreich dabei ist Red Crows mafiös aufgebaute Organisation. Auch sehr interressant ist die Darstellung der Reservate durch US-Medien.

Bad Horse ist der perfekte Held für diese dreckige, düstere Western-Geschichte. Er ist kalt, erbarmungslos, hat jedoch etwas gutes in sich. Die Flashbacks machen einiges klar, besonders seine Origin im letzten Kapitel. Interressante Aspkte der Geschichte sind auch sein schlechtes Verhältnis zu seiner Mutter, einer Indianer-Aktivistin, der Umgang mit seiner Jugendliebe Carol, die verhuchte Tochte Red Crows oder wie er mit seiner ungewollten Situation klarkommt.

Sehr störend fand ich beim ersten Band der exzessive Fluchgebrauch. In beinahe jedem Satz stolpert man über ein Schimpfwort. Es sollte klar sein, dass ich überhaupt nicht die Zielgruppe der Serie bin, da sie eindeutig für ein erwachsenes Publikum konzipiert ist, jedoch kann ich mir vortellen, dass das den Lesefluss auch bei einem erwachsenen Leser deutlich stockt.

Alles in allem ein coole, düstere Story von Jason Aaron mit flotten Sprüchen, Sex und einer gewaltigen Portion Action. Empfehlenswert für Fans von Italowestern oder Bad Motherfucker-Antihelden. 8/10

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Eine Antwort to “Scalped TPB 1: Indian Coutry”

  1. Ratzfatz Says:

    Tolle Rezension! Freu mich schon auf das Lesen des Trades.

    Witzig, ich hab mir den Scalped erst vor ner Woche gekauft (aber eben noch nicht gelesen) und werde demnächst auch ne Review drüber schreiben.

    Bin schon gespannt ob sich unsere Meinungen decken oder doch auseinander gehen…

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